Mein Haus, mein Auto, meine Yacht: Dem Quartettspiel der Statussymbole, das eine große Bank vor einigen Jahren aufs Korn nahm, lässt sich mittlerweile ein weiteres hinzufügen: der Grill. Der Grund ist simpel: Cent-Bratwurst vom Discounter unterscheidet sich – zumindest für den Laien – nicht allzu sehr von hausgeschlachteter Krakauer vom Bio-Bauern. Beim 2.500-Euro-Gasgrill mit Rippchen-Smoker sind einem dagegen die A’s und O’s sicher.

Gutes Fleisch ist eben für viele leider kein Statussymbol. Und „leider“ sage ich aus zweierlei Gründen: Zum einen kann niemand 100 Gramm Steak gewinnbringend für einen Euro verkaufen und gleichzeitig sein Vieh auf eine Art und Weise halten, die auch nur entfernt mit Alm-Idylle zu tun hat. Zum anderen schmeckt gutes Fleisch einfach besser; oder was glauben Sie, warum für die beigemengten Würzsaucen ein Feuerwerk an Geschmacksverstärkern abgeschossen wird?

Wenn Sie beim guten Dorfschlachter oder Landwirt kaufen, können Sie sich Barbecue-Sauce und Chili-Würze aus der Tube getrost sparen. Stattdessen genügt für das große Geschmackserlebnis eine einfache Marinade. Für etwa 170 Gramm Flesich hacken Sie zunächst zwei Zweige Rosmarin und acht Stiele Thymian. Schneiden anschließend eine Knoblauchzehe in dünne Scheiben und verrühren Sie die drei Zutaten in 200 Millilitern Olivenöl gemeinsam mit vier dünn abgeschälte Bio-Zitronenschalenstreifen, zwei Teelöffeln mittelscharfem Senf, einem Viertel Teelöffel braunem Zucker und etwas schwarzem Pfeffer.

Geben Sie nun das fertig marinierte Fleisch und die übrige Marinade in einen sauberen Gefrierbeutel und legen Sie diesen für eine Stunde in den Kühlschrank. Und selbst wenn Sie das Steak dann auf einem 20-Euro-Dreibein von der Tankstelle grillen: Sie werden die A’s und O’s bekommen, auf die es eigentlich ankommt.

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